Dienstag, 1. September 2015

Cap Ferrat - Eine Reise in die Welt der Reichen und Schönen.

Nur wenige Kilometer von Nizza entfernt, befindet sich die Halbinsel Cap Ferrat, das Beverly Hills der Côte d’Azur. Wo sich eine millionenschwere Villa an die nächste reiht, sticht eine besonders hervor: Die Villa Ephrussi de Rothschild, die die eigenwillige Baronesse Béatrice de Rothschild 1907 erbauen ließ, um hier in erster Linie Feste zu feiern. Heute ist die Villa mit ihren zahlreichen Kunstwerken, vor allem aber auch die wunderschöne Gartenanlage, für Besucher geöffnet. Wer sehen möchte, wie ein It-Girl in der Belle Epoque gelebt hat, sollte sich das nicht entgehen lassen: 










In Villefranche-sur-Mer, nicht weit von der spektakulären Villa Ephrussi de Rothschild, findet sich übrigens die 2.700m² große Villa Leopolda, die derzeit die teuerste Villa der Welt ist (geschätzter Wert: 500 Millionen Dollar). Das nur als kleines Detail am Rande, denn Villefranche-sur-Mer hat viel mehr zu bieten. Einen überraschend beschaulichen alten Hafen und eine malerische kleine Altstadt zum Beispiel, in der man richtig gut auf südfranzösisch die Seele baumeln lassen kann.





Am alten Hafen haben wir auch einen guten Platz für ein frühes Abendessen gefunden,...


... einen mit einem Thunfisch-Steak gepimpten Salade Nicoise und ...


... die ersten (und sicherlich nicht letzten) Moules Frites unserer Reise ... 


Danach statteten wir Èze einen Besuch ab. Èze ist ein Dorf mit rund 2.500 Einwohnern und zweigeteilt: Èze Village liegt auf 430 bis 700 Meter Seehöhe und besteht aus einem Gewirr von mittelalterlichen Gassen. Èze Bord-de-Mer liegt hingegen am Meer und zieht vor allem Badetouristen an. Die beiden Teile verbindet ein Fußweg, den Friedrich Nietzsche gerne beging und der sogar nach ihm benannt ist. Wir haben einhellig darauf verzichtet, in Nietzsches Spuren zu wandeln und sind lieber mit dem Auto nach Èze Village gefahren.

Èze Village liegt spektakulär im Berghang und besticht durch malerische, gepflasterte Gassen mit zahlreichen kleinen Restaurants und Geschäften. Soviel zum Positiven. Umgekehrt zieht Èze Village Massen an Touristen an, sodass es in den engen Gassen zu einem regelrechten Fußgänger-Stau kommt. Auch sucht man Aussichtspunkte auf das offene Meer nahezu vergebens, nur der - abends jedoch bereits geschlossene - Jardin Exotique bietet eine schöne Aussicht. Èze ist nach unserem Eindruck eigentlich ein Museumsdorf; wer also Authentizität und unverfälschtes Flair sucht, ist hier sicherlich nicht am richtigen Ort. Wem das nichts ausmacht, der sollte  Èze jedenfalls in seine Reiseplanung einbeziehen. Wer damit aber eher nichts anfangen kann, könnte es so wie wir machen und Èze abends, so etwa ab 19 Uhr, besuchen. Zu diesem Zeitpunkt sind dann viele Geschäfte und Restaurants zwar schon geschlossen, dafür ist es herrlich ruhig und man erahnt schließlich den Reiz dieses alten Dorfs...





Jetzt lassen wir den Abend noch mit Champagner und Himbeertörtchen auf der Terrasse unseres Hotels ausklingen... 

Tchin-tchin!




Montag, 31. August 2015

Nizza - Leben wie Gott in Frankreich.

Die alte Redewendung "Leben wie Gott in Frankreich" ist mir heute unwillkürlich in den Sinn gekommen, als wir nach einem feinen Frühstück unser kleines, feines und familiengeführtes Hotel in Nizza an der Promenade des Anglais verlassen haben.

Die Promenade des Anglais ist eine zwischen 1822 und 1824 erbaute, mehrere Kilometer lange Prachtstraße, die in Nizza am Meer entlangführt. Der Name rührt angeblich daher, dass englische Wintertouristen Geld für den Bau dieser einzigartigen Promenade gespendet haben. Keine armen Leute, wie man allein an den zahlreichen Prachtbauten entlang der Promenade erkennen kann:



Das einzige Dilemma: In welche Richtung blicken? Nach rechts auf den Strand und das Meer oder nach links auf die prunkvollen Häuser und Palais?







(Soviel Stress erfordert eine Kaffeepause.)

Am Ende der Promenade wartet eine weitere Sehenswürdigkeit Nizzas, der Schlossberg. Allerdings darf man sich hier kein Château erwarten, denn dieses wurde bereits im Jahr 1706 von Ludwig XIV dem Erdboden gleich gemacht. Was bis heute blieb ist eine schön angelegte, große Grünanlage mit einem umwerfenden Blick auf das (Dächer-)Meer von Nizza:






Auf der anderen Seite hinunterspaziert, heißt der Vieux Port mit vielen großen Yachten und kleinen Cafés Besucher Willkommen:





Die 85m-Yacht "Solandge" im Hintergrund ist übrigens zu chartern. Anyone? ;)

Wir haben uns mit einem köstlichen Eis auf dem Place Garibaldi (Pistazie, Confiture de lait, Nougat, Weingartenpfirsich, Caramel au beurre salé und Macadamia) zufrieden gegeben.


Nizza verfügt hinter der Promenade des Anglais überdies über eine Altstadt (Vieux Nice) mit engen Gassen, barocken Bauten, Märkten und viel Trubel.






Mein Lieblingsplatz in Nizza ist allerdings eine lange, breite und begrünte Promenade am Rande der Altstadt. Soviel Grünfläche in einer Stadt ist eine kostbare Seltenheit und nur dadurch entstanden, dass der an dieser Stelle ursprünglich fließende Küstenfluss Paillon, der in Nizza ins Meer mündet, heute weitestgehend unterirdisch geführt wird. Für die Touristen, vor allem aber für die Einheimischen, bedeutet das viele tausend Quadratmeter Naherholungsgebiet: 



Am Ende dieser Promenade befindet sich der Place Masséna, einer der schönsten Plätze, die ich je gesehen habe:


Obwohl ich mich ja um Objektivität bemühe, ist wohl deutlich herauszulesen, dass Nizza uns unendlich begeistert. Von allen Städten, die wir bislang besucht haben, kann wahrscheinlich lediglich Vancouver in puncto Lebensgefühl, Stimmung und Einzigartigkeit mithalten. Nur, dass hier die Architektur der Belle Epoche noch schöner und die französische Küche noch besser ist... 

Und nein, meine Begeisterung ist nicht allein auf das Mousse au chocolat zurück zu führen, das hier (schon den zweiten Abend in Folge) in Suppenschüssel-Größe serviert wird ;) Romans "Törtchen" war übrigens auch himmlisch gut.


So, für einen Tag waren das nun genug Kalorien und Sehenswürdigkeiten.

Bonne nuit!

Tina (+ 2 Kilo)

Sonntag, 30. August 2015

Via Aurelia - Von der ligurischen Küste an die Côte d'Azur.

Heute stand der zweite Teil unserer Fahrt nach Südfrankreich am Programm: Von Vicenza nach Nizza.

Nach zwei Stunden Fahrt verließen wir kurz nach Genua (in Arenzano) die Autobahn um die restlichen 200 Kilometer nach Nizza direkt an der Küste, auf der Via Aurelia, zu bestreiten.

Die Via Aurelia ist eigentlich 700 Kilometer lang und führt von Rom nach Südfrankreich. Was in Kalifornien der Highway 1 ist, ist in Italien also die Via Aurelia. Mit einem entscheidenden Unterschied: Die Straße wurde bereits im Jahr 241 vor Christus (!) gebaut, ursprünglich, um Rom mit Pisa zu verbinden. Aber auch heute noch ist die Via Aurelia ein eindrucksreiches Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Die Fahrt führt in Italien über enge Küstenstraßen durch kleine Küstenstädtchen - links der Strand und das Meer, rechts ein bisschen Stadt, bevor steile Klippen in die Höhe schießen. Mein Fotografenherz hat mehr als nur einmal sehr geschmerzt, denn irgendwo einen Parkplatz zu finden, war an diesem letzten Hauptsaison-Wochenende kaum möglich. Dabei würde es vor Fotomotiven nur so wimmeln, denn die ligurische Küste ist Italien, wie man es sich vorstellt: Die typischen Häuschen mit den obligatorischen Fensterläden, die schon ewig an Ort und Stelle stehen und das wohl auch noch lange machen werden, dazwischen wunderschöne venezianische Villen, Arkadengänge, Palmen und viele bunte Cafés...

 


(Leider nur ein kleiner Auszug all jener Eindrücke, die wir heute gewonnen haben.)

Meine persönlichen Favoriten an der ligurischen Küste sind San Remo und Imperia, zwei wirklich traumhafte Städte mit filmreifem italienischen Flair.

Bald nach Ventimiglia erreichten wir schließlich unser eigentliches Ziel: Frankreich und die Côte d'Azur. Es war fast ein Kulturschock, der uns einholte: Statt engster, dunkler Gassen plötzlich weite und helle Promenaden, Gediegenheit statt buntem Gewusel. Insbesondere aber Monaco mit seinen Hochhäusern wirkt surreal, wenn man es an der höher gelegenen Küstenstraße passiert. Unglaublich, was eine Staatsgrenze an Veränderung bewirken kann.

Die Via Aurelia ist wohl die schönste Küstenstraße, die ich je gefahren bin. Dennoch würde ich dazu raten, sie möglichst in kleineren Etappen zu befahren. Wir haben allein für die 200 Kilometer von Genua bis Nizza sechs Stunden reine Fahrzeit gebraucht... und die italienische Fahrweise ist - vorsichtig ausgedrückt gewöhnungsbedürftig. Man muss also schon ein Roadtrip-Junkie sein (wie wir es sind) und Romans unglaubliche Ausgeglichenheit am Steuer besitzen, um die Fahrt wirklich bis zum Schluss noch genießen zu können.

Es war fast 21 Uhr als wir schließlich in Nizza angekommen sind, wo wir bis Donnerstag bleiben werden. Nach einem raschen Check-In in unserem Hotel (das sich als echter Glücksgriff herausgestellt hat), haben wir das erste Abendessen auf französischem Boden genossen. Den Bauch vollgeschlagen mit Millefeuille de tomate au thon, Fischsuppe, Aioli, Lachs, Ente, Crème Caramel, Mousse au chocolat und einer Flasche kühlem Rosé-Wein fallen wir jetzt ins Bett...

Morgen wartet Nizza auf uns!


Samstag, 29. August 2015

Vicenza - Italienische Lebenslust an der A4!

Heute war es endlich so weit.

Für einen Samstag viel zu früh haben wir das Auto beladen und haben uns auf den Weg Richtung Süden gemacht...


... in Villach einen Zwischenstopp eingelegt...


... den unvermeidlichen Stau ertragen ...


und schließlich unser erstes Ziel erreicht: Vicenza!

Schon bei der Planung unserer Reise haben wir beschlossen, die Etappe von Wien nach Nizza nicht an einem Tag bewältigen zu wollen. Auf der Suche nach einer Stadt in der Nähe unserer Reiseroute sind wir schließlich auf Vicenza gestoßen, eine Stadt in Norditalien, von der wir bislang noch wenig gehört haben. Eine rasche Recherche über die Google Bildersuche hat uns darin bestärkt, hier unser erstes Nachtlager aufzuschlagen.

Und tatsächlich hat sich unsere Wahl als Glücksgriff herausgestellt. Vicenza hat eine Altstadt, in der sich ein Palazzo an das nächste reiht, unterbrochen nur von unzähligen Bars und Cafés, in denen man zwischen Rotwein, Café und Pizza die berühmte italienische Lebenslust hautnah miterleben kann.


Die Sehenswürdigkeit schlechthin ist in Vicenza aber zweifelsohne der Hauptplatz Piazza dei Signori mit dem Torre di Piazza, der im 12. Jahrhundert gebaut wurde und fast 80 Meter hoch ist und daran anschließend die Basilica Pallasdiana, die ursprünglich als Markt- und Gerichtsgebäude genutzt wurde.



Vicenza steht ein wenig im Schatten ihrer bekannten Nachbarn Venedig und Padua. Ganz zu Unrecht wie wir finden. Abgesehen von den Bauwerken und dem italienischen Flair haben wir hier auf einem der Hauptplätze gerade einmal 2.50 Euro für ein Glas Rotwein gezahlt - was bekommt man dafür am Markusplatz in Venedig? ;)

Buona notte!